Nationale Taras-Schewtschenko-Universität Kiew

Autorin: Sofiia Dubinina

  • 28.02.2026

Nationale Taras-Schewtschenko-Universität Kiew

Die Nationale Taras-Schewtschenko-Universität Kiew gehört zu den bekanntesten und angesehensten Universitäten der Ukraine. Seit fast zwei Jahrhunderten prägt sie das intellektuelle, wissenschaftliche, berufliche und staatliche Leben des Landes und bildet Generationen von Fachkräften und Führungspersönlichkeiten aus.

Für mich hat diese Universität nicht nur eine akademische, sondern auch eine ganz persönliche Bedeutung. Hier habe ich meinen Bachelor- und Masterabschluss im Studienbereich Rechtswissenschaften erworben. Anschließend setzte ich meine akademische Ausbildung am Bildungs- und Wissenschaftsinstitut für öffentliche Verwaltung und Staatsdienst der Nationalen Taras-Schewtschenko-Universität Kiew fort, wo ich den Masterabschluss mit Auszeichnung erlangte.

Deshalb ist die KNU für mich nicht einfach nur eine prestigeträchtige Universität oder eine Zeile in meinem Lebenslauf. Sie ist ein wichtiger Teil meines persönlichen und beruflichen Weges.

Eine Geschichte, die 1834 begann

Die offizielle Geschichte der Universität beginnt im Jahr 1834, als in Kiew die Kaiserliche Universität St. Wladimir feierlich eröffnet wurde. Der Lehrbetrieb begann am 28. August 1834. Zu den ersten akademischen Strukturen gehörte die Philosophische Fakultät mit einer historisch-philologischen und einer physikalisch-mathematischen Abteilung. Gleichzeitig nahm die juristische Ausbildung von Beginn an einen wichtigen Platz in der Universität ein.

Im Laufe ihrer fast zweihundertjährigen Geschichte hat die Universität tiefgreifende gesellschaftliche und politische Veränderungen erlebt, ihre Struktur und Bezeichnung mehrfach verändert und sich dennoch ihre wichtigste Funktion bewahrt: die Rolle eines führenden Zentrums für Bildung und Wissenschaft.

Im Jahr 1939 erhielt die Universität den Namen des großen ukrainischen Dichters, Malers und gesellschaftlichen Akteurs Taras Schewtschenko.

Heute verbindet die Universität ihre langjährige akademische Tradition mit modernen Ansätzen in Lehre, Forschung, internationaler Zusammenarbeit und beruflicher Ausbildung.

Eine Universität von internationaler Bedeutung

Die KNU ist weit mehr als eine einzelne Fakultät oder einige wenige Institute.

Heute studieren an der Universität mehr als 30.000 Studierende, die aus einer großen Zahl von Studienprogrammen und Fachrichtungen wählen können. Zur Universität gehören Fakultäten, Bildungs- und Wissenschaftsinstitute, Hochschulen, ein Lyzeum sowie zahlreiche wissenschaftliche und akademische Einrichtungen.

Zu den Fakultäten der KNU gehören unter anderem die Fakultäten für Geografie, Wirtschaftswissenschaften, Geschichte, Mechanik und Mathematik, Informationstechnologien, Informatik und Kybernetik, Psychologie, Radiophysik, Elektronik und Computersysteme, Soziologie, Physik, Philosophie und Chemie.

Einen weiteren wichtigen Bestandteil der Universitätsstruktur bilden die Bildungs- und Wissenschaftsinstitute. Dazu gehören unter anderem das Institut für Hochtechnologien, das Institut für Internationale Beziehungen, das Institut für Journalismus, das Institut für Geologie, das Institut für Philologie, das Institut für Biologie und Medizin, das Militärinstitut, das Institut für Weiterbildung sowie das Bildungs- und Wissenschaftsinstitut für Rechtswissenschaften und das Bildungs- und Wissenschaftsinstitut für öffentliche Verwaltung und Staatsdienst.

Diese Verbindung geisteswissenschaftlicher, sozialwissenschaftlicher, naturwissenschaftlicher, technischer und verwaltungswissenschaftlicher Fachrichtungen macht die KNU zu einer umfassenden und vielseitigen akademischen Institution.

Das Institut für Rechtswissenschaften – eine Ausbildung für juristische Fachkräfte

Mein erster großer akademischer Abschnitt an der KNU war eng mit der juristischen Ausbildung verbunden.

Das heutige Bildungs- und Wissenschaftsinstitut für Rechtswissenschaften der Nationalen Taras-Schewtschenko-Universität Kiew führt die Traditionen der juristischen Ausbildung an der Universität fort. Das Institut verfügt über zahlreiche Lehrstühle und Fachbereiche, die nahezu alle wesentlichen Bereiche des modernen Rechts abdecken.

Dazu gehören unter anderem Verfassungsrecht, Verwaltungsrecht, Strafrecht, Zivilrecht, Finanzrecht, Arbeitsrecht, Boden- und Umweltrecht, Recht des geistigen Eigentums, Strafprozessrecht, Zivilprozessrecht sowie Theorie und Geschichte von Staat und Recht.

Für mich bildete das Studium am Institut für Rechtswissenschaften die Grundlage meiner beruflichen Denkweise. Mein Bachelor- und Masterstudium im Bereich Rechtswissenschaften vermittelte mir nicht nur fundierte juristische Kenntnisse, sondern auch die Fähigkeit zu analytischem Denken, überzeugender Argumentation und verantwortungsbewusstem Umgang mit komplexen gesellschaftlichen Fragestellungen.

Eine juristische Ausbildung an der KNU bedeutet für mich, Recht nicht isoliert zu betrachten, sondern immer auch im Zusammenhang mit Staat, Wirtschaft, internationalen Beziehungen und Gesellschaft zu verstehen.

Der nächste Schritt: Öffentliche Verwaltung und Staatsdienst

Nach meiner juristischen Ausbildung setzte ich meinen akademischen und beruflichen Weg in einem anderen, zugleich eng verbundenen Bereich fort: öffentliche Verwaltung und Staatsdienst.

Am Bildungs- und Wissenschaftsinstitut für öffentliche Verwaltung und Staatsdienst der Nationalen Taras-Schewtschenko-Universität Kiew erwarb ich den Masterabschluss mit Auszeichnung.

Das Institut verfügt über eine besondere Entstehungsgeschichte. Es wurde im Jahr 2021 im Zuge der Eingliederung der Nationalen Akademie für öffentliche Verwaltung beim Präsidenten der Ukraine in die KNU gegründet. Ziel war unter anderem, das akademische und wissenschaftliche Potenzial der Akademie zu bewahren und gleichzeitig die Ausbildung von Fachkräften für den öffentlichen Dienst und kommunale Selbstverwaltungen weiterzuentwickeln.

Heute bildet das Institut Fachkräfte im Bereich der öffentlichen Verwaltung und Administration sowie in bestimmten Bereichen der nationalen Sicherheit aus.

Für mich war diese Ausbildung eine konsequente Fortsetzung meines juristischen Studiums.

Das Recht vermittelt ein Verständnis der Regeln, während die öffentliche Verwaltung zeigt, wie diese Regeln innerhalb staatlicher Strukturen umgesetzt und angewendet werden.

Gerade deshalb betrachte ich die Verbindung meiner juristischen Ausbildung mit einem Masterstudium im Bereich öffentliche Verwaltung und Staatsdienst als einen besonders wertvollen Bestandteil meines beruflichen Profils.

Erfolge und internationale Anerkennung

Die Stärke der KNU zeigt sich nicht nur in ihrer langen Geschichte und ihrem guten Ruf. Die Universität ist regelmäßig in internationalen und nationalen Hochschulrankings vertreten.

Im QS World University Rankings 2026 belegte die Nationale Taras-Schewtschenko-Universität Kiew die Position 721–730 weltweit. Im QS-Ranking 2025 lag sie noch in der Gruppe 701–710.

Besonders bemerkenswert sind die Ergebnisse im europäischen Vergleich. Im QS Europe University Rankings 2026 belegte die KNU den 288. Platz unter 958 europäischen Universitäten und den 19. Platz in Osteuropa. Damit war sie die bestplatzierte ukrainische Universität in diesem Ranking.

Auch im ukrainischen Hochschulranking „TOP-200 Ukraine 2026“ erreichte die KNU einen Spitzenplatz und belegte den 2. Platz unter den ukrainischen Hochschulen.

Im Times Higher Education World University Rankings 2026 wird die Universität in der Kategorie 1501+ weltweit geführt. In einzelnen Fachbereichen erreicht sie jedoch deutlich bessere Positionen. Im Fachbereich Recht (Law) gehört die KNU im THE Ranking 2026 zur Gruppe 301–400 weltweit.

Gerade für mich als Absolventin der Rechtswissenschaften ist dies besonders interessant: Die internationale Anerkennung der Universität betrifft nicht nur ihr allgemeines akademisches Profil, sondern zeigt sich auch in einzelnen Fachrichtungen.

Die KNU unter den besten Fakultäten und Instituten der Ukraine

Auch innerhalb des ukrainischen Hochschulsystems zeigt die Universität starke Ergebnisse.

Im Jahr 2026 veröffentlichte Forbes Ukraine das Ranking „50 beste Fakultäten der Ukraine“. Die KNU war dabei die Universität mit der größten Zahl vertretener Fakultäten und Institute: 14 ihrer akademischen Einheiten schafften es in die Rangliste.

Besonders erfreulich ist für mich, dass auch das Bildungs- und Wissenschaftsinstitut für Rechtswissenschaften der KNU zu den Spitzenreitern gehört und den 1. Platz in der Kategorie Recht und internationale Beziehungen belegte.

Für mich verleiht dies meiner eigenen Ausbildung eine zusätzliche Bedeutung: Mein juristischer Abschluss an der KNU steht nicht nur für die traditionsreiche Reputation der Universität, sondern auch für eine zeitgemäße und national wie international anerkannte akademische Ausbildung.

Mehr als nur ein Abschluss

Wenn ich heute auf meinen Bildungsweg zurückblicke, erkenne ich darin eine klare Verbindung und Entwicklung.

Zunächst stand das Recht im Mittelpunkt: Bachelor- und Masterstudium, fundierte Kenntnisse über Staat, Recht, Menschenrechte und rechtliche Mechanismen.

Danach folgte die öffentliche Verwaltung und der Staatsdienst: ein Masterstudium, das ich mit Auszeichnung abgeschlossen habe, und eine vertiefte Auseinandersetzung mit staatlichen Institutionen, Verwaltungsprozessen und öffentlicher Politik.

Beide Fachbereiche ergänzen sich auf natürliche Weise.

Eine Juristin bzw. ein Jurist sollte nicht nur die Rechtsnorm kennen, sondern auch das Umfeld verstehen, in dem sie angewendet wird. Gleichzeitig muss eine Fachkraft im Bereich der öffentlichen Verwaltung die rechtlichen Grundlagen der Entscheidungen verstehen, die von staatlichen und kommunalen Institutionen getroffen werden.

Genau an dieser Schnittstelle sehe ich einen wesentlichen Teil meiner beruflichen Entwicklung.

Die Nationale Taras-Schewtschenko-Universität Kiew ist eine Universität mit einer fast zweihundertjährigen Geschichte und zugleich eine Institution, die weiterhin Zukunft gestaltet. Ich bin stolz darauf, dass ein Teil meiner eigenen Geschichte mit dieser Universität verbunden ist.

Sofiia Dubinina

Die Schewtschenko-Universität als Teil meiner persönlichen Geschichte

Die Nationale Taras-Schewtschenko-Universität Kiew ist für mich eine Universität, in der sich Tradition und Gegenwart, Recht und Verwaltung, akademische Bildung und praktische berufliche Kompetenzen miteinander verbinden.

Fast zweihundert Jahre Universitätsgeschichte sind nicht nur die Geschichte einer Institution. Sie sind die Geschichte von Generationen von Professorinnen und Professoren, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, Studierenden und Absolventinnen und Absolventen, die zur Entwicklung der ukrainischen Wissenschaft, Kultur, Rechtsordnung und Staatlichkeit beigetragen haben.

Für mich besitzt diese Geschichte eine ganz persönliche Dimension.

Ich habe einen Bachelorabschluss in Rechtswissenschaften, einen Masterabschluss in Rechtswissenschaften sowie einen Masterabschluss im Bereich öffentliche Verwaltung und Staatsdienst mit Auszeichnung im akademischen Umfeld der Nationalen Taras-Schewtschenko-Universität Kiew erworben.

Sofiia Dubinina - Studentin an der Nationalen Universität Kiew

Deshalb spreche ich über diese Universität nicht nur in Bezug auf Rankings, Fakultäten oder historische Daten. Ich spreche über einen Ort, der zu einem wichtigen Teil meiner persönlichen und beruflichen Entwicklung geworden ist.

Und vielleicht ist genau das der wichtigste Maßstab für eine gute Ausbildung: Wenn ein Abschluss nicht nur ein Dokument bleibt, sondern zu einem Fundament für den weiteren beruflichen Weg wird.